{"id":37966,"date":"2024-03-04T11:35:23","date_gmt":"2024-03-04T10:35:23","guid":{"rendered":"https:\/\/erasmuspraktika.de\/?page_id=37966"},"modified":"2024-03-04T11:39:34","modified_gmt":"2024-03-04T10:39:34","slug":"erfahrungsbericht-spanien-2023","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/erasmuspraktika.de\/en\/erfahrungsberichte\/erfahrungsbericht-spanien-2023\/","title":{"rendered":"Erfahrungsbericht Spanien 2023"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"https:\/\/erasmuspraktika.de\/en\/erfahrungsberichte\/\">Internship reports<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Praktikum bei Factor 3  Events, Barcelona<\/h2>\n\n\n\n<div><div class=\"tag\">2 Monate<\/div> <div class=\"tag\">Spain<\/div> <div class=\"tag\">2023<\/div> <div class=\"tag\">Kulturmanagement<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Vorbereitung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am Anfang meiner Suche nach einem Auslandspraktikum wusste ich nur, dass ich unbedingt ein Praktikum in Spanien machen wollte. Deshalb habe ich mich f\u00fcr das Erasmus Programm angemeldet, noch bevor ich \u00fcberhaupt wusste, wo ich das Praktikum machen wollte. Allerdings hat es mir sehr geholfen mich auf eine Stadt festzulegen und dann meine Suche darauf zu konzentrieren. Die Auswahl der richtigen Stadt hat trotz Abw\u00e4gen der Vor- und Nachteile am Ende mein Bauchgef\u00fchl getroffen und mich an den richtigen Ort gebracht: Barcelona.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wohnungssuche in gro\u00dfen St\u00e4dten ist generell herausfordernd, vor allem, wenn man ein begrenztes Budget hat. Da ich nicht erst vor Ort suchen wollte habe ich mich nach einiger Zeit der Suche f\u00fcr eine Agentur entschieden, die voll ausgestattete WG-Zimmer und Wohnungen vermietet. Viele Wohnungen in Spanien haben beispielsweise keine Heizung, was im Winter fatal ist. Im Juli und August ist der Lebensrhythmus in Spanien aufgrund der Temperaturen deutlich langsamer und manche Unternehmen schlie\u00dfen sogar komplett f\u00fcr einige Wochen. Die beste Zeit, um nach Barcelona zu kommen, ist daher eher im Fr\u00fchling oder Herbst. Au\u00dferdem ist es wichtig, sich \u00fcber die verschiedenen Stadtviertel schlau zu machen: Welche Viertel sind gef\u00e4hrlich? Wo ist es eher ruhig und wo lebhaft? Wie weit ist der Weg zum Stadtzentrum und zur Arbeit? Es gibt zahlreiche Artikel im Internet, die dabei helfen, das richtige Viertel zu finden. Man sollte beispielsweise El Raval und El Born eher meiden, da man dort nachts schnell mal ausgeraubt wird (Generell sollte man in Barcelona gut auf seine Wertsachen aufpassen und nicht untersch\u00e4tzen, wie schnell etwas geklaut werden kann). Plattformen, die bei der Wohnungssuche helfen k\u00f6nnen, sind: Spotahome, WG gesucht, idealista, badi, Facebook Gruppen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gastunternehmen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin eine Woche vor Beginn meines Praktikums nach Barcelona gereist, um in Ruhe anzukommen und die Stadt schon mal etwas kennenzulernen. Im Nachhinein h\u00e4tte es auch noch etwas fr\u00fcher sein k\u00f6nnen, denn sobald ich mit dem Praktikum anfing, hatte ich deutlich weniger Zeit f\u00fcr Erkundungstouren und Freizeitaktivit\u00e4ten. Generell ist die Arbeitsmentalit\u00e4t in Spanien \u00e4hnlich wie in Deutschland. Was ich in meinem Unternehmen zu sch\u00e4tzen gelernt habe ist der Zusammenhalt und die gute Stimmung untereinander. Man verbringt die Mittagspause zusammen und redet \u00fcber Gott und die Welt, geht zusammen essen und \u00fcberrascht Kolleg*innen an ihrem Geburtstag mit einem gemeinsam ausgesuchten Geschenk. Da mir diese Dinge wichtig sind, hat das Unternehmen also zu mir gepasst. Wenn man schon beim Bewerbungsgespr\u00e4ch das Gef\u00fchl hat, das Unternehmen passt nicht zu einem, dann sollte man sich lieber ein anderes suchen. Es gibt viele Praktikant*innenstellen und da man vor allem wegen der Erfahrung dort ist, viel Zeit in dem Unternehmen verbringen wird und ohnehin kaum bezahlt wird sollte man auch in einer Umgebung sein, in der man bestm\u00f6glich lernen kann. Einiges davon w\u00e4re mir sicherlich entgangen, wenn ich nicht schon sehr gut Spanisch sprechen w\u00fcrde, denn Spanier sprechen Spanisch. Und zwar fast immer. Meine Kolleg*innen k\u00f6nnen zum Gro\u00dfteil auch Englisch sprechen, aber am liebsten sprechen sie in ihrer Sprache. Viele Spanier*innen sprechen \u00fcbrigens kaum Englisch. Und hier in Catalu\u00f1a gibt es vor allem au\u00dferhalb der gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dte viele Leute, die nicht mal das \u201enormale\u201c Spanisch (Castellano) sprechen, sondern nur Katalanisch (Catal\u00e0) und ein bisschen Englisch. In Barcelona allerdings ist man mit Spanisch und Englisch gut beraten. Da ich das vorher schon wusste habe ich erst Spanisch gelernt und dann das Praktikum gemacht. Und das kann ich nur empfehlen, denn es gibt sehr viele kulturelle Besonderheiten, zu denen man nur Zugang hat, wenn man die Sprache spricht. Deshalb, je besser man diese Sprachen beherrscht, desto leichter hat man es. Ich kann zumindest f\u00fcr den Eventbereich ein hohes Spanischniveau nur empfehlen, denn dort wird \u00fcberwiegend auf Spanisch gearbeitet und vor allem f\u00fcr die interessanten Aufgaben in der Agentur war es unverzichtbar. Das viele Wechseln zwischen den Sprachen ist \u00fcbrigens anstrengender, als man meint<\/p>\n\n\n\n<p>und es dauert etwas, sich daran zu gew\u00f6hnen. Meine Aufgaben waren am Anfang eher simpel. Doch je mehr ich gelernt habe, desto mehr konnte ich auch machen. Vor allem im September, als die ruhigere Sommerzeit vorbei war und die Eventbranche Hochsaison hatte, war sehr viel los und ich wurde genauso eingespannt wie alle anderen. Bez\u00fcglich der Verg\u00fctung sah es f\u00fcr Praktikumsverh\u00e4ltnisse nicht schlecht aus, aber wenn ich bedenke, dass ich Vollzeit gearbeitet habe, ist es nat\u00fcrlich eher wenig. Das Unternehmen hat mir 400 \u20ac pro Monat bezahlt und dazu kam die Erasmus F\u00f6rderung von 540 \u20ac pro Monat. Ohne die Erasmus F\u00f6rderung h\u00e4tte ich es mir nicht leisten k\u00f6nnen dieses Praktikum zu machen, zumal bei 40 Stunden Arbeit pro Woche + eine Stunde Mittagspause im B\u00fcro keine Zeit f\u00fcr einen Nebenjob geblieben w\u00e4re. Generell war der Umzug in diese gro\u00dfe Stadt voller neuer Eindr\u00fccke und das Arbeiten in einer Fremdsprache sehr anstrengend und im Nachhinein w\u00e4ren ein paar Stunden Arbeitszeit weniger pro Woche nicht schlecht gewesen, um sich an alles zu gew\u00f6hnen und genug Ruhezeit zu haben. Denn ich habe viel Zeit zum Ausruhen gebraucht, um all das zu verarbeiten, wodurch ich noch weniger Gelegenheit hatte, die Stadt besser kennenzulernen. Auch das Reden in einer Fremdsprache den ganzen Tag ist sehr anstrengend und ersch\u00f6pfend. Da auch der Rhythmus von Vollzeitarbeiten f\u00fcr mich eine Umstellung war, war es manchmal alles etwas viel. Im Vergleich zu einem Erasmussemester an der Uni ist ein Erasmus Praktikum ganz anders. Es gibt keine Willkommensaktivit\u00e4ten und Semester opening parties, was es viel schwieriger macht, neue Freunde zu finden. Man arbeitet mit einer bunt zusammengew\u00fcrfelten Truppe von Kolleg*innen verschiedenen Alters zusammen, anstatt in einer Vorlesung Gruppenarbeiten mit Kommiliton*innen zu machen und so gleich Anschluss zu finden. Ich hatte immerhin meine Mitbewohnerinnen und kann Bumble friends und meet up empfehlen, um neue Leute kennenzulernen, aber dadurch, dass man sich die Leute erst suchen muss, anstatt sie in der Uni zu sehen dauert es l\u00e4nger und geht meist nur am Wochenende. Je nach Stundenplan und Pr\u00fcfungspensum kann man im Studium nat\u00fcrlich auch wenig Zeit haben, aber in meiner Erfahrung konnte ich mir die Zeit freier einteilen und zumindest die ersten Wochen war viel Zeit zum Bekanntschaften kn\u00fcpfen. Allerdings ist man im Praktikum weniger in der Erasmus Bubble, sondern lebt das Leben vor Ort in dem Land und bekommt damit einen authentischeren Einblick. Ich habe dadurch auch mehr Einheimische kennengelernt, die mir haufenweise Tipps f\u00fcr Restaurants und sch\u00f6ne Orte in der Umgebung gegeben haben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Was ich daraus gelernt habe? Eine Meeeeeenge. Allen voran, dass ein Erasmus Praktikum unglaublich bereichernd sein \u2013 aber nur, wenn es das richtige Praktikum, in der richtigen Stadt zur richtigen Zeit ist. Ich habe mir lange Gedanken dar\u00fcber gemacht, wie und wann ich das Praktikum machen will, und das hat sich ausgezahlt. Auch wenn es sehr anstrengend war, habe ich viel Neues dazugelernt und Erfahrungen gemacht, die ich nicht missen will. Aber es war auch nicht immer einfach. Teilweise habe ich mich einsam gef\u00fchlt, weil ich anfangs nur oberfl\u00e4chliche Bekanntschaften hatte und es gedauert hat, bis sich tiefergehende Freundschaften aufgebaut haben. Daf\u00fcr habe ich eine Stadt und Kultur gefunden, die zu mir passen und in der ich mich von Anfang an am richtigen Platz gef\u00fchlt habe. Durch das Erasmusprogramm hatte ich die M\u00f6glichkeit, den Einstieg in einem spanischen Unternehmen zu finden und in der Arbeitswelt anzukommen, bevor ich einen richtigen Job in Barcelona angefangen habe, denn mein Unternehmen hat mir am Ende meines Praktikums angeboten, mich zu \u00fcbernehmen. Da sie mich schon kannten, ich mich gut in das Team integriert hatte und schon eingearbeitet war habe ich diese Chance trotz fehlender Erfahrung bekommen. Anfangs hatte ich das keineswegs geplant, aber h\u00e4tte ich das Praktikum nicht gemacht h\u00e4tte sich mir diese T\u00fcr sicherlich nicht so leicht ge\u00f6ffnet. Und auch wenn es mir nicht gefallen h\u00e4tte, w\u00e4re es wichtig gewesen es auszuprobieren und ich h\u00e4tte trotzdem viel aus dieser Erfahrung gelernt. Letztendlich ist jede Auslandserfahrung einzigartig und jeder nimmt etwas Anderes daraus mit. Mich hat diese Erfahrung pers\u00f6nlich enorm weitergebracht, denn ich musste \u00fcber mich hinauswachsen, habe meine Komfortzone verlassen und mich selbst besser kennengelernt. Auch wenn es manchmal hart war w\u00fcrde ich mich jederzeit wieder daf\u00fcr entscheiden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erfahrungsberichte Praktikum bei Factor 3 Events, Barcelona 2 Monate Spanien 2023 Kulturmanagement Vorbereitung Am Anfang meiner Suche nach einem Auslandspraktikum wusste ich nur, dass ich unbedingt ein Praktikum in Spanien machen wollte. 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