Erfahrungsberichte

Praktikum bei Atomic Austria GmbH, Österreich

4 Monate
Österreich
2022
Umwelt- und Betriebswirtschaft

Vorbereitung

Über mein International Office, mit dem ich wegen meines Auslandsstudiums schon in Kontakt stand, kam ich auf die Idee, mein Praktikum im Ausland zu machen und bekam die Informationen zu den Möglichkeiten der Erasmus-Förderung. Deshalb begann ich im Januar 2022 mich über offene Praktikumsstellen zu informieren und Bewerbungen zu schreiben. Da ich gut Englisch spreche, sonst aber keine Fremdsprache ausreichend kann, habe ich mich vor allem auf Großbritannien und Irland konzentriert. Da aufgrund des Brexits die Bestimmungen für den Aufenthalt und die Absolvierung eines Praktikums umfangreicher als im EU-Ausland waren und weil es bei der Beantragung der Erasmusförderung für Großbritannien zeitlich schon sehr knapp war, habe ich dann in Österreich gesucht. Für die Suche nach Stellenausschreibungen habe ich verschiedene Plattformen wie Indeed und LinkedIn benutzt. Hierbei ist es wichtig, dass für die Suche im Ausland die jeweilige Landesseite benutzt wird (bspw. Indeed Austria), da dies anfangs für mich nicht klar war und ich deshalb wenige Stellen über die deutsche Seite gefunden habe. Über Indeed bin ich auch auf eine Stellenausschreibung der Firma Atomic gekommen, auf welche ich mich Anfang Mai 2022 beworben habe.

Gastunternehmen

Während meiner Zeit bei Atomic habe ich in Altenmarkt im Pongau, am Hauptsitz von Atomic, gearbeitet, wobei ich im Team Anticipation and Advanced Research im Nachhaltigkeitsbereich beschäftigt war. In meinem Team waren wir zu viert, wobei im ersten Monat meines Praktikums zusätzlich neben mir noch zwei weitere Praktikanten angestellt waren. Während meines Praktikums habe ich mich hauptsächlich mit Product Life Cycle Assessments beschäftigt. Mithilfe der LCAs (auf Deutsch Ökobilanzen) sollen die Umweltwirkungen der verschiedenen Produkte dargestellt und quantifiziert werden und somit eine Basis für Nachhaltigkeitsentscheidungen, zum Beispiel bei der Wahl der eingesetzten Materialien oder Prozessgestaltung, geschaffen werden. Während meiner Zeit bei Atomic habe ich an LCAs für drei verschiedene Skier, drei Helme, drei Skibrillen und zwei verschiedene Langlaufboots gearbeitet, wobei meine Aufgabe die Aufbereitung der Daten, wie Materiallisten, Energieverbräuche bei der Herstellung der Teile, Lieferantenstandorte, etc. war. Dabei habe ich einen tiefen Einblick in die Zusammensetzung der Produkte bekommen und wie und wo sie hergestellt werden. Die Arbeit an den LCAs hat mir sehr viel Spaß gemacht, da ich dabei die Produkte in Einzelteile zerlegt habe und mehr darüber gelernt habe, was alles in den Produkten verbaut ist und welche Funktion diese Materialien haben. Generell habe ich viel Neues über das Design von Skiern und anderer Wintersportausrüstung gelernt, was für mich persönlich sehr spannend war.

Neben den LCAs an denen ich gearbeitet habe, habe ich viele kleinere Aufgaben für meine Kollegen übernommen, was für mich sehr bereichernd war. Ich war bei verschiedenen Webinaren zu Nachhaltigkeitsthemen anwesend, bei denen andere Unternehmen oder Nachhaltigkeitsorganisationen gesprochen und diskutiert haben. Die Inhalte dieser Webinare habe ich dann zusammengefasst und dem Team vorgestellt, wobei ich mich auch in anderen Themenbereichen weiterbilden konnte. Außerdem habe ich verschiedene Recherchetätigkeiten übernommen, zum Beispiel zu verschiedenen alternativen Materialien, die in Zukunft vielleicht andere ersetzen könnten, um die Umweltverträglichkeit der Produkte zu verbessern oder habe eine Konkurrenzanalyse im Bereich Sustainability Reporting erstellt. Diese habe ich dann als Präsentation zusammengestellt und meinen Kollegen präsentiert.

Generell habe ich mich in meinem Praktikum sehr wohlgefühlt und die Zusammenarbeit im Team hätte nicht besser sein können. Ich habe von Anfang an Aufgaben bekommen, die ich allein bearbeiten konnte. Obwohl dadurch die Einarbeitung ein bisschen schwieriger wirkte, habe ich schnell gemerkt, dass die Freiheiten, die ich dadurch hatte, für mich sehr gut war, da ich meine Arbeit selbstständig organisieren und strukturieren konnte und dadurch sehr viel gelernt habe. Außerdem wurden meine Fragen immer gerne beantwortet und wenn ich Hilfe bei den Projekten gebraucht habe, konnte ich mich immer an meine Kollegen wenden.

Grundsätzlich kann ich Atomic als Arbeitgeber, gerade für Praktika, auf jeden Fall weiterempfehlen, da es sehr einfach war, sich einzuleben. Es arbeiten viele junge Leute im Unternehmen und der Gedanke von „Skifahren für Skifahrer“ wird im Unternehmen gelebt, d.h. die Begeisterung fürs Skifahren und für die Produkte war sehr groß, was eine lockere und familiäre Atmosphäre geschaffen hat. Es war dadurch einfach Leute kennenzulernen, die die gleichen Interessen haben.

Fazit

Ich habe mich in meinem Praktikum sehr wohlgefühlt und bin sehr glücklich über meine Entscheidung, mein Praktikum im Ausland gemacht zu haben und darüber, dass ich bei Atomic einen Praktikumsplatz gefunden habe. Dadurch habe ich Einblicke in einen Arbeitsbereich bekommen, in dem ich das im Studium gelernte sehr gut anwenden konnte und habe hinsichtlich weiterer Entscheidungen für die Zukunft, wie in etwa die Wahl eines Masterstudiengangs oder der Tätigkeit nach dem Studium, einen Bereich gefunden, in dem ich mir gut vorstellen kann, einmal zu arbeiten. Dafür war mein Auslandspraktikum eine sehr große Hilfe.